Gesetzliche Pflichtversicherung

KFZ-HaftpflichtversicherungDie Pflichtversicherung für jeden Fahrzeughalter

Ohne KFZ-Haftpflicht dürfen Sie kein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen. Erfahren Sie alles über Deckungssummen, Leistungen und wie Sie bei der Pflichtversicherung trotzdem sparen können.

Lesezeit: 12 Minuten
Aktualisiert: Januar 2026

Was ist die KFZ-Haftpflichtversicherung?

Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Basisversicherung für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland. Sie schützt nicht Sie, sondern andere Verkehrsteilnehmer: Wenn Sie einen Unfall verursachen, zahlt Ihre Haftpflichtversicherung für die Schäden, die Sie anderen zufügen.

Rechtsgrundlage

Das Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) von 1965 schreibt die KFZ-Haftpflichtversicherung verbindlich vor. Ohne gültige Versicherung erhalten Sie keine Zulassung für Ihr Fahrzeug.

Die Versicherung übernimmt dabei zwei Aufgaben: Sie bezahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte oder überhöhte Forderungen ab (passiver Rechtsschutz).

Deckungssummen: Gesetzlich vs. empfohlen

Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen reichen bei schweren Unfällen oft nicht aus. Wir empfehlen daher höhere Deckungen:

SchadensartGesetzlichEmpfohlen
Personenschäden7,5 Mio. €15 Mio. € oder mehr
Sachschäden1,22 Mio. €100 Mio. €
Vermögensschäden50.000 €15 Mio. €
Pauschal-100 Mio. € pauschal

Warum höhere Deckung?

Bei einem schweren Unfall mit mehreren Schwerverletzten können die Kosten für Behandlung, Pflege und Verdienstausfall schnell zweistellige Millionenbeträge erreichen. Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen reichen dann nicht aus, und Sie haften persönlich für den Rest.

Was ist versichert – und was nicht?

Abgedeckt

  • Personenschäden bei Dritten

    Behandlungskosten, Schmerzensgeld, Pflegekosten, Verdienstausfall bei Verletzten

  • Sachschäden bei Dritten

    Reparatur oder Ersatz von beschädigten Fahrzeugen, Gebäuden, Gegenständen

  • Vermögensschäden

    Finanzielle Folgeschäden wie Mietwagenkosten, Nutzungsausfall, Anwaltskosten

  • Abwehr unberechtigter Ansprüche

    Der Versicherer prüft und wehrt überhöhte oder unbegründete Forderungen ab (passiver Rechtsschutz)

  • Schadenersatzpflicht bei Umweltschäden

    Z.B. bei auslaufendem Kraftstoff nach einem Unfall

Nicht abgedeckt

  • Schäden am eigenen Fahrzeug

    Lösung: Dafür benötigen Sie Teilkasko oder Vollkasko

  • Eigene Verletzungen

    Lösung: Unfallversicherung oder private Krankenversicherung

  • Vorsätzlich verursachte Schäden

    Lösung: Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen

  • Schäden bei Rennen

    Lösung: Illegale Rennen sind ausgeschlossen

  • Diebstahl des eigenen Fahrzeugs

    Lösung: Teilkasko oder Vollkasko erforderlich

Was beeinflusst den Beitrag?

Der Beitrag zur KFZ-Haftpflicht wird von vielen Faktoren beeinflusst. Manche können Sie beeinflussen, andere nicht:

Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)

Einfluss: Sehr hoch

Jedes unfallfreie Jahr verbessert Ihre Klasse. SF 35 bedeutet ca. 20% des Grundbeitrags.

Typklasse des Fahrzeugs

Einfluss: Hoch

Basiert auf Schadensstatistiken des Modells. Sportliche Autos haben höhere Typklassen.

Regionalklasse

Einfluss: Hoch

Abhängig vom Wohnort. Großstädte und unfallreiche Regionen sind teurer.

Jährliche Fahrleistung

Einfluss: Mittel

Weniger Kilometer bedeuten geringeres Unfallrisiko.

Alter und Fahrpraxis

Einfluss: Hoch

Fahranfänger unter 25 zahlen deutlich mehr.

Fahrerkreis

Einfluss: Mittel

Nur der Fahrzeughalter als Fahrer ist günstiger als alle Fahrer.

Spartipps für die KFZ-Haftpflicht

1

Jährlich zahlen

Monatliche Zahlung kostet meist 5-10% Aufschlag.

2

Fahrerkreis einschränken

Nur Sie als Fahrer spart bis zu 40%.

3

Fahrleistung realistisch angeben

Weniger Kilometer = günstigerer Beitrag.

4

Garage nutzen

Garagenfahrzeuge erhalten oft Rabatte.

5

SF-Klasse übernehmen

SF-Klassen von Eltern oder Partner können übertragen werden.

6

Jährlich vergleichen

Die Tarife ändern sich – wer vergleicht, spart.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die KFZ-Haftpflichtversicherung?

Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung für alle Kraftfahrzeuge in Deutschland. Sie deckt Schäden ab, die Sie mit Ihrem Fahrzeug anderen zufügen – Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden. Ohne diese Versicherung dürfen Sie kein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegen.

Warum ist die KFZ-Haftpflicht Pflicht?

Das Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) schreibt die KFZ-Haftpflicht vor, um Unfallopfer zu schützen. Ohne Versicherungspflicht könnten Geschädigte auf ihren Kosten sitzen bleiben, wenn der Verursacher nicht zahlen kann. Die Versicherung garantiert, dass jedes Opfer entschädigt wird.

Welche Mindestdeckungssummen sind vorgeschrieben?

Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen betragen 7,5 Mio. Euro für Personenschäden, 1,22 Mio. Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für Vermögensschäden. Diese Summen reichen bei schweren Unfällen oft nicht aus, weshalb höhere Deckungen empfohlen werden.

Was kostet eine KFZ-Haftpflichtversicherung?

Die Kosten variieren je nach Fahrzeug, Schadenfreiheitsklasse, Wohnort und weiteren Faktoren. Günstige Tarife beginnen bei etwa 150-200 Euro pro Jahr. Durch einen Vergleich können Sie oft mehrere hundert Euro sparen.

Was ist der Unterschied zwischen Haftpflicht und Kasko?

Die Haftpflicht zahlt für Schäden, die Sie anderen zufügen. Die Kasko (Teil- oder Vollkasko) zahlt für Schäden am eigenen Fahrzeug. Haftpflicht ist Pflicht, Kasko ist freiwillig. Bei Neuwagen und finanzierten Fahrzeugen ist Vollkasko jedoch empfehlenswert.

Was passiert bei Fahren ohne Haftpflichtversicherung?

Fahren ohne KFZ-Haftpflicht ist eine Straftat nach § 6 PflVG. Es drohen Geldstrafen, Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr, Punkte in Flensburg und Führerscheinentzug. Bei einem Unfall haften Sie persönlich für alle Schäden – das kann ruinös sein.

Was bedeutet 'Verzicht auf Einrede bei grober Fahrlässigkeit'?

Normalerweise kann der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit (z.B. Rotlichtverstoß) die Leistung kürzen. Mit diesem Verzicht zahlt der Versicherer auch dann voll. Diese Klausel ist wichtig und in guten Tarifen enthalten.

Was ist die Mallorca-Police?

Die Mallorca-Police erweitert Ihren Haftpflichtschutz auf im Ausland gemietete Fahrzeuge. Dort gilt oft nur die niedrige gesetzliche Deckung des jeweiligen Landes. Die Mallorca-Police stockt auf Ihre deutsche Deckungssumme auf.

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