Smart Meter Stromtarif: Der komplette Guide
Alles über intelligente Messsysteme (iMSys), dynamische Tarife und wie Sie mit stündlichen Börsenpreisen bis zu 200-500€/Jahr sparen können.
Zählertypen: Analog, Digital, Smart
Nicht jeder digitale Zähler ist ein Smart Meter. Der entscheidende Unterschied liegt in der Kommunikationsfähigkeit - nur mit Gateway können Sie dynamische Tarife nutzen.
Ferraris-Zähler (analog)
Wird ausgetauschtKlassischer Drehscheibenzähler
Moderne Messeinrichtung (mME)
Standard seit 2017Digitaler Zähler ohne Kommunikation
Intelligentes Messsystem (iMSys)
Pflicht ab 6.000 kWhSmart Meter mit Gateway für Kommunikation
Smart-Meter-Pflicht: Wer bekommt eins?
Der Smart-Meter-Rollout ist gesetzlich geregelt. Bestimmte Gruppen müssen den Einbau dulden - die Kosten sind aber gedeckelt.
| Gruppe | Pflicht? | Kostendeckel | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Haushalte unter 6.000 kWh | Nein (freiwillig) | 20€/Jahr | Auf Wunsch jederzeit |
| Haushalte 6.000-10.000 kWh | Ja | 50€/Jahr | Bis 2025-2028 |
| Haushalte über 10.000 kWh | Ja | 90€/Jahr | Bis 2025-2028 |
| PV-Anlagen über 7 kW | Ja | 50€/Jahr | Bis 2025-2028 |
| Steuerbare Verbraucher (§14a) | Ja | 50€/Jahr | Ab Anmeldung |
| Wärmepumpe/Wallbox | Empfohlen | 50€/Jahr | Für Autostromtarife erforderlich |
Wichtig: Auch wenn Sie nicht zur Pflichtgruppe gehören, können Sie freiwillig ein Smart Meter beantragen. Das ist sinnvoll, wenn Sie dynamische Tarife nutzen möchten. Kontaktieren Sie Ihren Messstellenbetreiber.
Dynamische Tarife: Börsenpreise nutzen
Mit dynamischen Tarifen zahlen Sie den aktuellen Börsenpreis (EPEX Spot) plus einen Aufschlag des Anbieters. Bei negativen Börsenpreisen laden Sie quasi kostenlos!
Vorteile
- ✓Sparen bei flexiblem Verbrauch
- ✓Transparenz über echte Stromkosten
- ✓Negative Preise möglich
- ✓Umweltfreundlich: Verbrauch bei Ökostrom-Überschuss
Risiken
- ✗Preisrisiko bei Extremsituationen
- ✗Ohne Flexibilität wenig Sparpotenzial
- ✗Monatliche Kostenschwankungen
- ✗Smart Meter oder Pulse erforderlich
Dynamische Tarife: Anbieter im Vergleich
Tibber
Norwegischer Anbieter, Marktführer bei dynamischen Tarifen
Besonderheit: Tibber Pulse für mME, eigene App
Ostrom
Berliner Start-up, 100% Ökostrom
Besonderheit: Ohne Smart Meter möglich (Monatsabrechnung)
aWATTar
Österreichischer Pionier, auch in DE verfügbar
Besonderheit: HOURLY-Tarif mit stündlichen Preisen
Rabot Charge
KI-gestützte Optimierung
Besonderheit: Automatisches Laden bei günstigsten Preisen
Typische Preiszeiten im Tagesverlauf
Die Börsenpreise folgen einem typischen Muster - auch wenn es täglich variiert. Diese Orientierung hilft bei der Verbrauchsplanung.
Tipp: Verschieben Sie große Verbraucher (Waschmaschine, Trockner, E-Auto) auf die Mittagszeit (Solar-Überschuss) oder die Nacht (niedrige Nachfrage). Meiden Sie 18-21 Uhr - dann ist Strom fast immer am teuersten.
Voraussetzungen für dynamische Tarife
Mit iMSys (Smart Meter)
Vollständige stündliche Abrechnung
Vorteile
- + Exakte Abrechnung
- + Volle Transparenz
- + Alle Anbieter möglich
Nachteile
- - Smart Meter erforderlich
- - Installation durch MSB
Mit Tibber Pulse
Nachrüstlösung für moderne Messeinrichtung
Vorteile
- + Kein Smart Meter nötig
- + Einfache Installation
- + App-Integration
Nachteile
- - Nur bei Tibber
- - Hardware erforderlich (99€)
Ohne Smart Meter (Ostrom)
Monatsabrechnung zum Durchschnittspreis
Vorteile
- + Kein Smart Meter nötig
- + Einfach zu wechseln
- + Keine Hardware
Nachteile
- - Keine stündliche Steuerung
- - Weniger Sparpotenzial
Dynamische Tarife: Für wen lohnt es sich?
Haushalte mit flexiblem Verbrauch
100-200€/JahrWaschmaschine, Trockner, Geschirrspüler zeitgesteuert
Dynamischer Tarif lohnt sich
E-Auto-Besitzer
150-300€/JahrLaden in günstigen Stunden programmierbar
Dynamischer Tarif sehr empfohlen
Wärmepumpen-Betreiber
200-500€/JahrHoher Verbrauch, oft in günstigen Zeiten steuerbar
Dynamischer Tarif ideal
PV-Anlagen-Besitzer mit Speicher
100-300€/JahrSpeicher laden bei günstigen/negativen Preisen
Dynamischer Tarif sinnvoll
Normaler Haushalt ohne Flexibilität
0-50€/JahrFester Verbrauch, keine Steuerungsmöglichkeit
Festpreistarif sicherer
Datenschutz beim Smart Meter
Ein häufiges Bedenken bei Smart Metern ist der Datenschutz. Hier die wichtigsten Fakten:
Welche Daten werden erfasst?
15-Minuten-Verbrauchswerte, die lokal gespeichert und verschlüsselt übertragen werden.
Wer hat Zugriff auf die Daten?
Nur Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Ihr Stromlieferant. Keine Weitergabe an Dritte.
Wie lange werden Daten gespeichert?
Tageswerte bis zu 3 Jahre, 15-Min-Werte nur wenige Wochen, außer Sie stimmen längerer Speicherung zu.
Sind die Daten sicher?
Ja, Smart Meter in Deutschland haben BSI-Zertifizierung (Bundesamt für Sicherheit). Verschlüsselung nach höchsten Standards.
Kann ich die Datenübermittlung ablehnen?
Bei Pflichtgruppen müssen Sie den Einbau dulden. Die Datenübermittlung an Dritte können Sie einschränken.
Fazit: Smart Meter in Deutschland unterliegen strengen BSI-Zertifizierungen. Die Datensicherheit ist höher als bei vielen Smart-Home-Geräten. Die Vorteile (Transparenz, Sparpotenzial) überwiegen die Datenschutzbedenken für die meisten Verbraucher.
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