Kurz erklärt
Bonität ist die Einschätzung, ob Sie ein Darlehen vollständig und pünktlich zurückzahlen werden. Banken leiten daraus ab, ob Sie einen Kredit bekommen und zu welchem Zinssatz. Zwei Größen fließen ein: Ihre wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit und Ihre bisherige Zahlungsdisziplin.
Das Wichtigste in Kürze
- Bonität beantwortet für die Bank eine einzige Frage: Kommt das geliehene Geld zurück?
- Sie besteht aus Zahlungsfähigkeit (reicht das Einkommen?) und Zahlungsdisziplin (wurde bisher gezahlt?).
- Der SCHUFA-Score liegt seit März 2026 zwischen 100 und 999 Punkten und beruht auf zwölf offengelegten Kriterien.
- Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist kostenlos. Eine Grenze von einmal jährlich sieht das Gesetz nicht vor.
- Vor einem Verbraucherdarlehen muss die Bank Ihre Kreditwürdigkeit prüfen. Das steht so in § 505a BGB.
Was Banken unter Bonität verstehen
Bonität ist die Einschätzung, ob eine Person oder ein Unternehmen ein Darlehen vollständig und fristgerecht zurückzahlen wird. Dahinter steckt eine sehr nüchterne Frage: Kommt das geliehene Geld zurück? Alles, was Banken, Vermieter und Mobilfunkanbieter unter Bonität zusammenfassen, dient der Beantwortung genau dieser Frage. Der Begriff geht auf das lateinische bonitas zurück, also auf Güte im Sinne von Beschaffenheit.
In der Praxis zerfällt die Einschätzung in zwei Teile, die oft verwechselt werden:
- Zahlungsfähigkeit. Können Sie die Rate wirtschaftlich tragen? Hier zählen Einkommen, feste Ausgaben, bestehende Verpflichtungen und Vermögen.
- Zahlungsdisziplin. Haben Sie bisher gezahlt? Hier zählt Ihre gemeldete Vorgeschichte bei den Auskunfteien.
Der Unterschied ist nicht akademisch. Ein gut verdienender Antragsteller mit einer offenen Forderung im Register kann abgelehnt werden, während jemand mit kleinerem Einkommen und sauberer Historie den Kredit bekommt. Wer nur auf sein Gehalt schaut, übersieht die Hälfte der Prüfung.
Wer Ihre Bonitätsdaten speichert
In Deutschland führen mehrere Auskunfteien parallel Daten über Verbraucher. Am bekanntesten ist die SCHUFA. Daneben arbeiten CRIF, Creditreform Boniversum und Experian. Jede dieser Auskunfteien führt ihren eigenen Datenbestand, und die Bestände sind nicht identisch.
Daraus folgt etwas Praktisches: Ein fehlerhafter Eintrag bei einer Auskunftei verschwindet nicht dadurch, dass eine andere sauber aussieht. Welche Auskunftei eine Bank abfragt, entscheidet sie selbst. Wenn Sie einen größeren Kredit planen, lohnt sich der Blick auf mehr als eine Datenkopie.
Der SCHUFA-Score seit März 2026
Die bekannteste Kennzahl hat sich verändert. Seit dem 17. März 2026 gibt die SCHUFA einen Punktwert zwischen 100 und 999 aus. Er beruht auf zwölf offengelegten Kriterien, darunter das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte. Die frühere Darstellung als Prozentwert zwischen 0 und 100 gibt es nicht mehr. Wenn Sie irgendwo noch eine Tabelle mit „97 Prozent" lesen, ist sie veraltet.
| Punkte | Klasse | Was das für einen Kreditantrag bedeutet |
|---|---|---|
| 776–999 | Hervorragend | Beste Ausgangslage, breite Auswahl an Anbietern |
| 709–775 | Gut | Die meisten Banken bewilligen |
| 642–708 | Akzeptabel | Bewilligung möglich, Auswahl wird kleiner |
| 100–641 | Ausreichend | Deutlich engerer Kreis an Anbietern |
Klassengrenzen nach Angaben der SCHUFA. Feste Zinssätze je Klasse nennen wir bewusst nicht: Banken kalkulieren individuell, und Ihr konkreter Satz hängt von Summe, Laufzeit und Anbieter ab. Wie sich das im Preis niederschlägt, steht unter Effektivzins. Die Rechenlogik hinter dem Punktwert selbst behandelt die Seite SCHUFA-Score.
Was die Bank neben dem Score prüft
Der Score ist ein Baustein, nicht die ganze Entscheidung. Vor einem Verbraucherdarlehen ist die Bank gesetzlich zur Prüfung verpflichtet. § 505a Abs. 1 BGB formuliert das knapp: „Der Darlehensgeber hat vor dem Abschluss eines Verbraucherdarlehensvertrags die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers zu prüfen." Bestehen erhebliche Zweifel, darf der Vertrag nicht geschlossen werden. Eine Ablehnung ist dann keine Kulanzfrage.
In die Prüfung fließen deshalb regelmäßig ein: Höhe und Stabilität des Einkommens, die Dauer des Arbeitsverhältnisses, laufende Kredite und Leasingverträge, die Haushaltsrechnung aus Einnahmen und festen Ausgaben sowie die Kontoführung. Wer sich vorbereitet, sortiert diese Unterlagen vor dem Antrag und nicht danach. Welche Nachweise üblich sind, steht im Privatkredit-Ratgeber.
§ 505a BGB im Wortlaut beim Bundesministerium der Justiz.
Bonität verbessern: was wirkt, was schadet
Der meistverbreitete Ratschlag zu diesem Thema ist zugleich der gefährlichste: „Kündigen Sie ungenutzte Konten und Kreditkarten." Das kann nach hinten losgehen. Die SCHUFA bewertet ausdrücklich das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte. Wer genau diese Verträge kündigt, löscht ein Merkmal, das für ihn spricht.
Das hilft
- Rechnungen und Raten pünktlich begleichen, notfalls per Dauerauftrag
- Bestehende Kredite tilgen und den Dispo möglichst wenig nutzen
- Das älteste Konto und die älteste Karte behalten
- Die eigene Datenkopie anfordern und Fehler korrigieren lassen
- Umzüge und Arbeitgeberwechsel nicht direkt vor den Antrag legen
Das schadet eher
- Den ältesten Vertrag kündigen, um „aufzuräumen"
- Mehrere Kreditanträge in kurzer Folge stellen
- Mahnungen laufen lassen, statt Widerspruch einzulegen
- Auf angebliche Sofort-Löschdienste hereinfallen
- Kurz vor dem Antrag noch schnell Verträge umschichten
Eines lässt sich nicht beschleunigen: Merkmale, die auf Dauer beruhen, brauchen Zeit. Wer seine Konditionen kurzfristig verbessern will, kommt über einen sauberen Vergleich meist weiter als über Score-Kosmetik. Hat sich Ihre Lage seit dem alten Vertrag gebessert, kann eine Umschuldung den Effektivzins senken; die Konditionen laufender Angebote finden Sie im Ratenkredit-Vergleich.
Ihre Rechte gegenüber den Auskunfteien
Sie dürfen wissen, was über Sie gespeichert ist. Art. 15 Abs. 3 DSGVO verpflichtet jede Auskunftei, Ihnen eine Kopie der verarbeiteten Daten zur Verfügung zu stellen. Ein Entgelt darf sie nur „für alle weiteren Kopien" verlangen. Eine Begrenzung auf einmal pro Jahr enthält die Vorschrift nicht; diese Regel stammt aus dem alten Bundesdatenschutzgesetz und gilt so nicht mehr.
Ist ein Eintrag falsch, greift Art. 16 DSGVO: Sie können Berichtigung verlangen. Das lohnt sich, denn ein einzelner fehlerhafter Eintrag kann den Unterschied zwischen Bewilligung und Ablehnung ausmachen. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Datenkopie lesen, dann widersprechen, dann den Kreditantrag stellen.
Der Verordnungstext ist öffentlich einsehbar: Datenschutz-Grundverordnung bei EUR-Lex.
Häufige Fragen
Gibt es die kostenlose SCHUFA-Auskunft wirklich nur einmal im Jahr?
Nein. Art. 15 Abs. 3 DSGVO gibt Ihnen Anspruch auf eine kostenlose Kopie Ihrer gespeicherten Daten und nennt dafür keine Jahresgrenze. Entgelt darf eine Auskunftei nur für weitere Kopien verlangen. Die verbreitete Einmal-pro-Jahr-Regel stammt aus dem alten Bundesdatenschutzgesetz und gilt in dieser Form nicht mehr.
Was prüft eine Bank bei der Bonität konkret?
Zwei Dinge: ob Sie zahlen können und ob Sie bisher gezahlt haben. Für das Erste rechnet die Bank Ihr Nettoeinkommen gegen feste Ausgaben und laufende Kredite. Für das Zweite holt sie eine Auskunft bei einer Auskunftei ein. Nach § 505a BGB ist diese Prüfung vor einem Verbraucherdarlehen keine Kür, sondern Pflicht.
Wie ist der SCHUFA-Score seit 2026 aufgebaut?
Seit März 2026 gibt die SCHUFA einen Punktwert zwischen 100 und 999 aus, der auf zwölf offengelegten Kriterien beruht. Die Klassen lauten: Hervorragend ab 776 Punkten, Gut ab 709, Akzeptabel ab 642, Ausreichend darunter. Die frühere Darstellung als Prozentwert von 0 bis 100 gibt es nicht mehr.
Schadet es meiner Bonität, wenn ich ein altes Konto kündige?
Es kann schaden. Die SCHUFA bewertet das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte als eigene Kriterien. Wer ausgerechnet den ältesten Vertrag kündigt, verliert diesen Pluspunkt. Sinnvoll ist es, ein sehr altes Konto laufen zu lassen und stattdessen überzählige Neuverträge zu bereinigen.
Wie lange dauert es, bis sich eine bessere Bonität auswirkt?
Das hängt davon ab, was sich ändert. Ein getilgter Kredit und ein ausgeglichenes Konto wirken relativ zügig, sobald die Auskunftei die neue Meldung verarbeitet hat. Merkmale wie die Dauer einer Kundenbeziehung wachsen dagegen nur mit der Zeit. Kurzfristige Kosmetik vor einem Kreditantrag bringt daher wenig.
Kann ich einen Kredit bekommen, wenn meine Bonität schwach ist?
Möglich ist es, aber die Bedingungen ändern sich: höherer Zinssatz, kleinere Summe, häufiger die Forderung nach einem zweiten Kreditnehmer oder einer Sicherheit. Bestehen erhebliche Zweifel an der Rückzahlung, darf die Bank den Vertrag nach § 505a BGB gar nicht schließen. Eine Ablehnung ist in dem Fall kein Ermessen, sondern Gesetz.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung. Die Verarbeitung von Bonitätsdaten richtet sich nach der DSGVO und dem Bundesdatenschutzgesetz. Angaben zu Score-Klassen folgen den Veröffentlichungen der SCHUFA, Angaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung dem Wortlaut des § 505a BGB. Stand: August 2026.