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Motorradversicherung berechnen: Kosten-Rechner 2026

Was Ihre Maschine wirklich kostet: Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko mit geprüften Beispielwerten

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checkeverything.de Redaktion · Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2026

Was eine Motorradversicherung kostet, lässt sich seriös nur individuell berechnen: Je nach Maschine, Alter, Region und SF-Klasse liegt allein die Haftpflicht zwischen rund 45 Euro im Jahr für ein 125er-Leichtkraftrad und mehreren hundert Euro für ein Supersport-Motorrad. Diese Seite erklärt, welche Faktoren den Beitrag bestimmen, zeigt geprüfte Beispielwerte und führt Sie danach zum Rechner.

Wichtig zu wissen: Anders als bei der Autoversicherung gibt es für Motorräder keine einheitlichen GDV-Typklassen. Jeder Versicherer stuft Modelle nach eigener Schadenstatistik ein. Genau deshalb lohnt sich der Vergleich hier besonders, dieselbe Maschine kann beim einen Anbieter das Drei- bis Vierfache des günstigsten Angebots kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Motorrad-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben. Mindestdeckung nach PflVG: 7,5 Mio. Euro für Personenschäden, 1,3 Mio. Euro für Sachschäden.
  • Ein 125er-Leichtkraftrad ist je nach Anbieter ab rund 45 bis 50 Euro Haftpflicht im Jahr versichert (unverbindliches Anbieter-Beispiel Allianz: 46 Euro, Stand Juli 2026).
  • Bei größeren Maschinen streuen die Beiträge stark: Für eine Kawasaki Z900 reichen Vergleichsdaten von 289 bis 1.166 Euro pro Jahr.
  • Saisonkennzeichen ist der größte Sparhebel: Bei 6 Monaten Laufzeit sind 35 bis 45 Prozent Ersparnis üblich.
  • Kündigungsstichtag ist der 30. November; bei Beitragserhöhung gilt das Sonderkündigungsrecht nach § 40 VVG.

Was kostet die Motorradversicherung 2026? Geprüfte Beispielwerte

Statt erfundener Musterrechnungen finden Sie hier Beitragsbeispiele, die sich öffentlichen Anbieter-Rechnern und Vergleichsdaten entnehmen lassen (Stand Juli 2026). Ihr eigener Beitrag hängt vom konkreten Fahrerprofil ab und kann deutlich abweichen.

BeispielProfilBeitrag pro Jahr
Honda CB500FA (Allianz-Rechner)SF 20, 3.000 km/Jahr, Saison April bis SeptemberHaftpflicht 46 €, Teilkasko 66 €, Vollkasko 147 €
Honda Rebel 500 (CosmosDirekt-Beispiel)Fahrer 25 JahreHaftpflicht 56,33 €, Teilkasko 35,27 € (150 € SB), Vollkasko 212,43 € (300 € SB)
Kawasaki Z900, Bj. 2017 (Vergleichsdaten)je nach Versicherer und Profil289 € bis 1.166 €

Unverbindliche Beispielwerte aus öffentlich zugänglichen Anbieter-Rechnern und Vergleichsdaten, Stand Juli 2026. Die Konditionen ändern sich laufend; maßgeblich ist immer das individuelle Angebot des Versicherers.

Was beeinflusst Ihren Motorradversicherungsbeitrag?

Motorradtyp und Hubraum

Einfluss: Sehr hoch

Versicherer stufen jedes Modell nach eigener Schadenstatistik ein. Anders als beim Auto veröffentlicht der GDV für Motorräder keine einheitlichen Typklassen.

Supersportler kosten in der Regel deutlich mehr als Tourer oder Enduros mit vergleichbarem Hubraum.

Alter und Fahrerfahrung

Einfluss: Sehr hoch

Fahranfänger ohne Schadenfreiheitsrabatt starten mit hohen Beitragssätzen. Wie hoch der Aufschlag ausfällt, legt jeder Versicherer selbst fest.

Wer die SF-Klasse vom Auto oder von den Eltern übertragen kann, zahlt oft nur einen Bruchteil des Anfängerbeitrags.

Führerscheinklasse

Einfluss: Hoch

A1, A2 oder offene Klasse A beeinflussen, welche Maschinen Sie fahren dürfen, und damit die Einstufung.

A1-Leichtkrafträder bis 125 ccm sind am günstigsten zu versichern.

Stellplatz und Sicherheit

Einfluss: Hoch

Garage, abschließbarer Stellplatz oder Alarmanlage senken das Diebstahlrisiko. Viele Versicherer honorieren das mit einem Nachlass, dessen Höhe vom Tarif abhängt.

Ein Motorrad am Straßenrand einer Großstadt kostet in der Teilkasko spürbar mehr als eines in der Garage auf dem Land.

Saisonkennzeichen

Einfluss: Sehr hoch

Sie zahlen nur für die Monate, in denen das Motorrad zugelassen ist. Bei sechs Monaten Saison sind je nach Anbieter 35 bis 45 Prozent Ersparnis üblich.

Details und eine Beispielrechnung finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Selbstbeteiligung

Einfluss: Mittel

Eine höhere Selbstbeteiligung in Teil- und Vollkasko senkt den Beitrag. Die genauen Nachlässe unterscheiden sich von Tarif zu Tarif.

Üblich sind 150 bis 500 Euro in der Teilkasko und 300 bis 1.000 Euro in der Vollkasko.

Wie Regional- und Typklassen bei Kraftfahrzeugen grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Ratgeber zu den KFZ-Versicherungsklassen. Einen breiteren Überblick über Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko beim Motorrad bietet unser Motorradversicherung-Ratgeber.

Hubraum, PS und Kfz-Steuer: Die Nebenkosten im Blick

Neben dem Versicherungsbeitrag fällt für zulassungspflichtige Motorräder Kfz-Steuer an. Sie ist gesetzlich fixiert und damit die einzige Kostenposition, die Sie exakt vorab kennen: Nach § 9 KraftStG kostet ein Kraftrad 1,84 Euro je angefangene 25 ccm Hubraum pro Jahr.

HubraumKfz-Steuer pro JahrHinweis
bis 125 ccm (Leichtkraftrad, max. 11 kW)steuerfreizulassungsfrei, nur Versicherungskennzeichen bzw. Zulassung ohne Steuer
250 ccm18,40 €10 angefangene 25-ccm-Einheiten
500 ccm36,80 €20 Einheiten
650 ccm47,84 €26 Einheiten
689 ccm (z. B. Yamaha MT-07)51,52 €28 Einheiten
1.000 ccm73,60 €40 Einheiten

Bei der Versicherung wirkt der Hubraum indirekt: Mehr Hubraum und mehr PS bedeuten meist eine höhere Einstufung, weil Leistung und Schadenrisiko statistisch zusammenhängen. Eine amtliche PS-Tabelle gibt es dafür aber nicht, die Einstufung bleibt Sache des Versicherers. Was das konkret für eine 650er bedeutet, rechnet unser Beitrag 650er-Motorrad versichern: Kosten und Spartipps durch.

Saisonkennzeichen: So viel sparen Sie wirklich

Mit einem Saisonkennzeichen ist Ihr Motorrad nur in den gewählten Monaten zugelassen und versichert, üblich sind Zeiträume von zwei bis elf Monaten. Bei der verbreiteten 6-Monats-Saison (etwa März bis August oder April bis September) sind je nach Anbieter 35 bis 45 Prozent Ersparnis gegenüber der Ganzjahresversicherung üblich. Je länger die Saison, desto kleiner fällt der Nachlass aus.

Außerhalb der Saison greift bei den meisten Tarifen eine beitragsfreie Ruheversicherung: Sie schützt das abgestellte Motorrad weiter gegen Brand und Diebstahl, sofern es in einer Garage oder auf einem umfriedeten Grundstück steht.

Modellrechnung: 6 Monate statt Ganzjahr

Ganzjahresversicherung:

Angenommener Jahresbeitrag:600 €

6-Monats-Saisonkennzeichen:

Jahresbeitrag bei 40 % Nachlass:360 €
Ersparnis:240 € pro Jahr

Vereinfachte Modellrechnung mit fiktiven Rundwerten. Der tatsächliche Nachlass hängt von Versicherer, Saisonlänge und Tarif ab; bei manchen Anbietern wird der Jahresbeitrag trotzdem in zwölf Monatsraten gezahlt.

125 ccm und Leichtkraftrad: Der günstigste Einstieg

Leichtkrafträder bis 125 ccm und maximal 11 kW (A1-Führerschein) sind die preiswerteste Klasse: Sie sind von der Kfz-Steuer befreit, und die Haftpflicht gibt es je nach Anbieter ab rund 45 bis 50 Euro im Jahr. Der Beitrag steigt allerdings deutlich, wenn ein Fahranfänger ohne SF-Rabatt als Hauptfahrer eingetragen ist, auch hier lohnt der Blick auf die Zweitfahrzeug-Regelung der Eltern.

Eine Teilkasko gegen Diebstahl ist bei 125ern oft sinnvoll, weil Leichtkrafträder überdurchschnittlich häufig gestohlen werden. Ob sich Vollkasko lohnt, hängt vom Neuwert ab; bei gebrauchten Maschinen unter 2.000 Euro Restwert verzichten die meisten Fahrer darauf.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Motorrad-Haftpflicht (Pflicht)

Gesetzlich vorgeschrieben, zahlt Personen-, Sach- und Vermögensschäden der Geschädigten. Mindestdeckung nach der Anlage zu § 4 PflVG: 7,5 Mio. Euro für Personenschäden, 1,3 Mio. Euro für Sachschäden. Viele Tarife bieten freiwillig 100 Mio. Euro pauschal.

Motorrad-Teilkasko

Schützt bei Diebstahl, Sturm, Hagel, Brand, Glasbruch, Marderbiss und Zusammenstößen mit Tieren. Für Motorräder wegen des Diebstahlrisikos oft wichtiger als beim Auto.

Motorrad-Vollkasko

Deckt zusätzlich selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Gute Tarife verzichten bei grober Fahrlässigkeit auf die Leistungskürzung. Sinnvoll vor allem für neue und finanzierte Maschinen.

Mallorca-Police

Erhöht die Haftpflichtdeckung für Mietfahrzeuge im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Für Motorradtouren im Süden ein sinnvoller Baustein.

Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)

Mit jedem unfallfreien Jahr steigen Sie eine SF-Klasse auf und Ihr Beitragssatz sinkt. Die konkrete Rabattstaffel legt jeder Versicherer selbst fest, deshalb lohnt der Vergleich gerade bei hohen SF-Klassen.

Motorrad als Zweitfahrzeug

Wer bereits ein Auto versichert hat, steigt mit dem Motorrad über die Zweitfahrzeug-Regelung vieler Versicherer oft in SF 1/2 oder besser ein, statt als Anfänger in SF 0 zu starten.

Besondere Leistungen für Biker

Einige Tarife versichern Helm und Schutzkleidung mit, je nach Anbieter und Tarifstufe mit Summen von einigen hundert bis 1.500 Euro und teils nur bei bestimmten Schadenarten. Auch Zubehör, Koffer und Custom-Teile lassen sich bei vielen Versicherern einschließen. Prüfen Sie diese Bausteine im Bedingungswerk, bevor Sie sich auf den reinen Preisvergleich verlassen.

Tipps für eine günstige Motorradversicherung

Motorrad-spezifisch

  • Saisonkennzeichen nutzen, wenn Sie im Winter ohnehin nicht fahren
  • Garage oder abschließbaren Stellplatz angeben
  • Fahrsicherheitstraining absolvieren, manche Tarife honorieren das
  • Beim Neukauf die Versicherungseinstufung des Modells vorab prüfen

Sofort wirksam

  • Höhere Selbstbeteiligung in Teil- und Vollkasko wählen
  • Jährlich statt monatlich zahlen, das ist bei den meisten Anbietern günstiger
  • Zweitfahrzeug-Regelung nutzen statt in SF 0 zu starten
  • Kilometerleistung realistisch, aber nicht zu hoch angeben

Langfristig

  • Schadenfreie Jahre sammeln und Kleinschäden selbst zahlen
  • Jedes Jahr zum 30. November die Tarife vergleichen
  • Bedingungen prüfen: grobe Fahrlässigkeit, Schutzkleidung, Zubehör

Sie planen den Kauf einer neuen Maschine? Unser Ratgeber zur KFZ-Finanzierung zeigt, welche Finanzierungswege es gibt, und der Kredit-Vergleich-Ratgeber hilft bei der Suche nach passenden Konditionen. Für das Auto in der Garage lohnt parallel ein Blick auf den KFZ-Versicherungsvergleich.

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Häufige Fragen zur Motorradversicherung

Was kostet eine Motorradversicherung 2026?

Das hängt von Maschine, Fahrerprofil und Region ab. Für ein 125er-Leichtkraftrad gibt es Haftpflichtschutz je nach Anbieter ab rund 45 bis 50 Euro im Jahr (unverbindliches Anbieter-Beispiel Allianz: 46 Euro, Stand Juli 2026). Bei größeren Maschinen reicht die Spanne weit auseinander: Für eine Kawasaki Z900 zeigen Vergleichsdaten je nach Versicherer 289 bis 1.166 Euro pro Jahr. Ein individueller Rechner ist deshalb der einzige verlässliche Weg zu Ihrem Beitrag.

Wie spare ich bei der Motorradversicherung?

Der größte Hebel ist das Saisonkennzeichen: Bei sechs Monaten Laufzeit sind je nach Anbieter 35 bis 45 Prozent Ersparnis üblich. Danach kommen Garage oder abschließbarer Stellplatz, eine höhere Selbstbeteiligung und die Übertragung der SF-Klasse vom Auto. Und: Vergleichen Sie mehrere Angebote, die Beiträge für dieselbe Maschine liegen teils weit auseinander.

Brauche ich Teilkasko oder Vollkasko für mein Motorrad?

Als Faustregel gilt: Für neue oder finanzierte Maschinen wird meist Vollkasko empfohlen, nach einigen Jahren reicht oft Teilkasko, bei älteren Motorrädern mit geringem Restwert genügt vielen Fahrern die Haftpflicht plus Teilkasko als Diebstahlschutz. Verbindlich ist nur die Haftpflicht, alles andere ist eine Abwägung zwischen Restwert und Beitrag.

Wann kann ich die Motorradversicherung wechseln?

Stichtag für die ordentliche Kündigung ist bei den meisten Verträgen der 30. November, der Wechsel wird zum 1. Januar wirksam. Erhöht der Versicherer den Beitrag, haben Sie nach § 40 VVG ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung.

Wie hoch ist die Deckungssumme der Motorrad-Haftpflicht?

Gesetzlich vorgeschrieben sind nach der Anlage zu § 4 PflVG mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,3 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für reine Vermögensschäden. Viele Tarife bieten darüber hinaus freiwillig eine pauschale Deckungssumme von 100 Millionen Euro an, das ist ein Tarifmerkmal, kein gesetzlicher Standard.

Kann ich die SF-Klasse vom Auto auf das Motorrad übertragen?

Direkt übertragen lässt sich die Auto-SF-Klasse nicht, aber viele Versicherer bieten eine Zweitfahrzeug-Regelung: Wer bereits ein Auto mit guter SF-Klasse versichert hat, steigt mit dem Motorrad oft in SF 1/2 oder besser ein statt in SF 0. Die genaue Einstufung und die Beitragsstaffel legt jeder Versicherer selbst fest.

Rechtliche Grundlagen zum Nachlesen: das Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) und Informationen der Versicherungswirtschaft beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

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