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DefinitionKredit

Was ist Sollzins?

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Geprüft von:Finanzexperte

Kurz erklärt

Der Sollzins (Nominalzins) ist der reine Zinssatz, den ein Kreditgeber für die Überlassung des Kreditbetrags berechnet. Er enthält keine Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren und ist daher stets niedriger als der Effektivzins, der die Gesamtkosten eines Kredits abbildet.

Definition im Detail

Der Sollzins – auch Nominalzins genannt – ist der Zinssatz, den eine Bank oder ein Kreditinstitut für die reine Kapitalüberlassung berechnet. Er gibt an, welchen Prozentsatz des Kreditbetrags der Kreditnehmer jährlich als Zinsen zahlen muss.

Die Preisangabenverordnung (PAngV) schreibt vor, dass der Sollzins in Kreditverträgen und Werbung ausgewiesen werden muss. Wichtig: Der Sollzins enthält keine Nebenkosten – für den Kreditvergleich ist daher der Effektivzins aussagekräftiger.

Arten des Sollzinses

Gebundener Sollzins

Der Zinssatz bleibt während der gesamten Zinsbindungsfrist konstant.

  • • Planungssicherheit für den Kreditnehmer
  • • Typisch bei Baufinanzierungen (5–20 Jahre)
  • • Oft etwas höher als der variable Zins

Veränderlicher Sollzins

Der Zinssatz wird regelmäßig an einen Referenzzins (z.B. EURIBOR) angepasst.

  • • Anfangszins oft niedriger
  • • Risiko steigender Raten
  • • Anpassung meist alle 3 oder 6 Monate

Sollzins vs. Effektivzins

Der wichtigste Unterschied: Der Sollzins zeigt nur den reinen Zinssatz, der Effektivzins die tatsächlichen Gesamtkosten.

MerkmalSollzinsEffektivzins
NebenkostenNicht enthaltenEnthalten
BearbeitungsgebührenNicht enthaltenEnthalten
TilgungsverrechnungNicht berücksichtigtBerücksichtigt
VergleichbarkeitEingeschränktVollständig
HöheImmer niedrigerImmer höher

Tipp: Vergleichen Sie Kreditangebote immer anhand des Effektivzinses, nicht des Sollzinses. Nur so sehen Sie die tatsächlichen Kosten.

Beispielrechnung

So wirken sich unterschiedliche Sollzinsen bei einem Ratenkredit über 10.000 € (48 Monate) aus:

Rechenbeispiel:

Kreditbetrag: 10.000 €

Laufzeit: 48 Monate

Sollzins (gebunden): 5,50 % p.a.

Effektivzins: 5,64 % p.a.

Monatliche Rate: ca. 232 €

Gesamte Zinskosten: ca. 1.136 €

Die Differenz zwischen Sollzins und Effektivzins (0,14 Prozentpunkte) ergibt sich durch die monatliche Tilgungsverrechnung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Der Sollzins (Nominalzins) ist der reine Zinssatz, den die Bank für die Kreditüberlassung berechnet. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren und Kontoführungskosten. Für den Kreditvergleich ist der Effektivzins aussagekräftiger, da er die tatsächlichen Gesamtkosten angibt.

Was bedeutet gebundener Sollzins?

Ein gebundener Sollzins bleibt während der vereinbarten Zinsbindungsfrist konstant. Das gibt Ihnen Planungssicherheit, da sich Ihre monatliche Rate nicht verändert. Bei Baufinanzierungen ist die Zinsbindung typischerweise 5, 10, 15 oder 20 Jahre.

Wann ändert sich ein veränderlicher Sollzins?

Ein veränderlicher Sollzins ist an einen Referenzzinssatz wie den EURIBOR gekoppelt und kann sich in der Regel alle 3 oder 6 Monate anpassen. Das Risiko steigender Raten besteht, dafür ist der Anfangszins oft niedriger als bei einem gebundenen Sollzins.

Ist der Sollzins immer niedriger als der Effektivzins?

Ja, der Sollzins ist immer niedriger als oder gleich dem Effektivzins. Der Effektivzins enthält neben dem Sollzins auch alle weiteren Kreditkosten. Nur wenn keine Nebenkosten anfallen, sind beide Werte identisch – das kommt in der Praxis selten vor.

Muss der Sollzins im Kreditvertrag angegeben werden?

Ja, nach der Preisangabenverordnung (PAngV) müssen Kreditgeber sowohl den Sollzins als auch den Effektivzins im Kreditvertrag und in Werbematerialien ausweisen. Dies dient der Transparenz und dem Verbraucherschutz.

Rechtlicher Hinweis

Die Angabe des Sollzinses ist nach der Preisangabenverordnung (PAngV) in Kreditverträgen und Werbematerialien Pflicht. Zusammen mit dem Effektivzins ermöglicht er Verbrauchern eine transparente Einschätzung der Kreditkosten. Stand: März 2026.